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Aufklärung. Sturm und Drang.

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1.3 Literatur:
-Literaturzentren: Paris und London
Dichter strömten dorthin
dort wurden Werke gedruckt und in Salons diskutiert
dort befand sich das wesentliche Lesepublikum
-in Deutschland: kein solches Zentrum, aber im Laufe der Zeit mehrere bedeutende Orte:
Hamburg
Leipzig (-> Hochburg des aufkl. Denkens durch Uni, Verlage und urbane Atmosphäre)
-> gegen Ende von Berlin verdrängt
-Schriftsteller: Bemühung, ein breites, öffentliches Publikum anzusprechen
Flugblätter & Zeitschriften (-> Alltagsprobleme u. Untugend gerügt, Moral gepredigt, ethische Fragen diskutiert)
im dt. Sprachgebiet gab es im 18. Jh. etwa 500 Stück solcher Zeitschriften
Schaffung eines öffentlich kritsches Bewußtseins (oft aus gesellschaftliche Verhältnisse übertragen)
-Dichter vertraten objektiv die Interessen der vom Feudalabsolutismus unterdrückten Schichten
-Dt. Dichtung bis Mitte 18. Jh. besonders durch Johann Christoph Gottsched gefördert (Leipziger Professor) 2.
behandelte die franz. Klassifizistische Literatur d. 17. Jh. und ihre Theorie als vorbildlich
"Versuch einer kritischen Dichtung vor die Teutschen", 1730
erste Regeln fürs schriftstellerische Schaffen und Beeinflußung der Entwicklung der dt. Literatur (als
Theaterreformer und durch eigene Tragödien)
wies der Dichtkunst zu: Leser/ Zuschauer durch dichterisch eingekleidete moralische Belehrung zu erziehen
gab der dt. Literatur einen neuen, progressieven Gehalt
seine gepflegte diadaktische (lehrhafte) Poesi war eine notwendige Stufe in der Entwicklung einer bürgerl. -
realistischen Dichtung
ließ die Lyrik inhaltlich und formal verarmen
hat Darstellung der Welt d. bürgerl. Menschen nur im Lustspiel erlaubt -> Hemmnis für Dramatik
sah in Literatur eine Möglichkeit d. gebildeten Bürgertum aus seiner geistigen Rückständigkeit zu erziehen (Poesie:
Unterordnung der Vernuft)
Übernahme von Aristotoles Lehre von 3 Einheiten eines Dramas: Ort, Zeit, Handlung
durch Einheit von Ort und Zeit sollte der Zuschauer die Illusion des direkten Mitwirkens haben
-Bürgerliches Drama: menschliche Themen und Verhaltensweisen, auch der Adel hatte sich an allgemein gültige
Normen zu halten
-Dt. Literatur des 18. Jh. hatte den Höhepunkt mit Lessing, Wieland, Lichtenberg
bedeutendster Vertreter der dt. A.
zeigte den Weg zu einem dt. Nationaltheaters
sollte im Sinne d. aufgeklärten Bürgertums d. humanen und patriotischen Erziehung dienen
Regeln Gottschelds mißachtet
-Sprache: klar, einfach, nüchtern

1.4 Vertreter:
-Vordenker: Gottfried Willhelm Leibnitz, Christian Thomasius, Christian Wolff, Immanuel Kant
-Autoren: Johann Christoph Gottsched, Gotthold Ephraim Lessing, Christoph Martin Wieland, Barthold Hinrich
Brockes, Christian Fürchtegott Gellert, Friedrich Gottlieb Klopstock, Sophie von La Roche, Friedrich Nicolai, Ulrich
Bräker, Matthias Claudius, Georg Christoph Lichtenberg 3.


2. Sturm und Drang

2.1 Allgemein:
-benannt nach Drama von Maximilian Klinger, 1775 -Vertreter: Zusammenschluß zu Freundeskreisen (Briefkontakt untereinander)
-1. Gesamtnationale lit. Bewegung d. Bürgertums -Wiederspiegelung der ökonomischen und sozialen Vorgänge, die sich seit 1750 vollzogen haben
-Neues Verständnis für Natur -Religion: Landeskirche = Werkzeug d. Fürstenherrschaft; Protestantismus zersplitterte sich in zahlreiche
Sonderformen -Neues Persönlichkeits-und Ichbewußtsein: Mensch als unverwechselbares Individuum und nicht als Ergebnis einer
genau geplanten, vereinheitlichen Erziehung -"Geniezeit" = Dichter als Genie
Genie = das Schöpferische, Fantasie-und Gefühlvolle (nicht menschliche Begabung) Kant (1790 "Kritik der Urteilskraft"): "Genie ist die angeborene Gemütslage, durch welche die Natur der Kunst die
Regel gibt." -Ursprung: Protest gegen die zu ausschließlich rationalistischen Tendenzen der Aufklärung
Vernunft und klares Denken nicht unwichtig, aber Gefühl, Fantasie, Leidenschaft und Empfindsamkeit sollten dem Gegenüberstehen
-Begriff Herz wurde zum Gegenpol zu Vernunft -Bildet neue Stufe der Aufklärung
weitere Etappe in der Ausbildung eines bürgerlichen dt. Nationaltheaters -wollte Ergänzung der Weiterentwicklung d. A. mit Vorstellungen, die auch heute noch junge Menschen ansprechen:
Aufgeschlossenheit für Liebe und Freundschaft, Betonung der Sexualität, Toleranz gegenüber Andersdenkenden, Verständnis gegenüber Kindern (früher: unfertige Menschen) -> eigenständige Personen, Freiheit von der Herrschaft d.
abstrakten Denkens, Abschaffung jeder sozialer Unterdrückung, demokr. Staatsform, Mitspracherecht, Gewaltenteilung

  
Wir treten aus unseren Rollen heraus. Dokumente des Aufbruchs. Herbst '89
Sonstige Artikel:
Theaterpädagogik: Einführung
Geburtshilfe und Perinatologie: Pränataldiagnostik - Erkrankungen - Entbindung
Sozialgesetzbuch: Bücher I-XII. Allg. Teil, Grundsicherung, Arbeitsförderung, Gem. Vorschriften, Kranken-, Renten-, Unfallvers., Kinder-/Jugendhilfe, ... PflegeVers., Sozialhilfe
von Bertram Schulin
 
   
 
     
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